Sonja Fröse

Fachautorin für Pflege

Nachhaltigkeit und Müllvermeidung in der Pflege

Umweltschutz, Müllvermeidung und Nachhaltigkeit werden häufig als Themen der Jungen angesehen. Dabei haben gerade Senioren seit vielen Jahren mehr oder weniger bewußt auf diese Dinge geachtet.

So wurden noch vor einigen Jahren viel mehr Lebensmittel in Papier gewickelt oder blieben gänzlich unverpackt als heutzutage, trotz der vielen Bemühungen zur Müllvermeidung. Das Einkaufsnetz für den täglichen Einkauf war obligatorisch. Waschmittel gab es großen Pappkartons, Seife gab es nur am Stück. (Wer kennt noch den magnetischen Seifenhalter? Das Seifenstück wurde in den Magnet gebort oder andersrum, damit die Seife nicht im Wasser schwamm).

Wer kennt Geburtstage und Weihnachtsfeste, in der Oma das Geschenkpapier nach dem Auspacken faltete, um es wieder zu verwenden? Gläser und Flaschen wurden aufgehoben für Marmelade oder um andere Dinge hineinzufüllen. Hierzu finden übrigens Interessierte viele Anregungen auf Pinterest oder andere sozialen Medien.

Einhergehend mit Pflegebedürftigkeit beziehungsweise durch die Nutzung von Einmalartikeln zur Pflege entsteht häufig viel Müll:

Da kommt der/die ein oder andere SeniorIn auf den Gedanken und packt letztere zum Trocknen auf die Heizung. So ist Nachhaltigkeit nicht gedacht!

Während für Babies und Kleinkinder ein Trend zur waschbaren Windel erkennbar ist, ist dies in der Pflege von Senioren leider nicht der Fall. Dabei ist rund 80 % des entstehenden Mülls in Pflegeheimen Inkontinenzmaterial.

Waschbare Slipeinlagen und Binden wäre für Tröpfchen- und Belastungsinkontinenz ein erster Schritt für mehr Nachhaltigkeit ohne Einbußen von Bequemlichkeit oder Hygiene. Schwieriger wird es bei einer kompletten Harn- und Stuhlinkontinenz.

Die Gründe für die Nutzung von waschbaren Inkontinenzversorgung sind häufig

Waschbare Slipeinlagen sind mittlerweile im Drogeriemarkt in verschiedenen Farben erhältlich. Die Saugstärke ist für Harninkontinenz nicht geeignet. Das ist bei Einmalslipeinlagen allerdings auch nicht der Fall.

Mittlerweile bieten viele Anbieter für Babywindeln auch Produkte für Erwachsene an. Diese sind dezent gemustert und wirken nicht so steril wie einzelne Angebote in Sanitätshäusern. Wer das Problem von „zerpflücktem“ Inkontinenzmaterial kennt, sollte es daher mit den nachhaltigen und wiederverwendbaren Produkten probieren. Ein Garant ist es nicht, aber auf jeden Fall einen Versuch wert.

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