Sonja Fröse

Fachautorin für Pflege

Onkologische Kosmetik und Mamillenrekonstruktion

"Eine Krebserkrankung ist nicht nur eine körperliche sondern auch eine große psychische Belastung für die Patientin; aber auch für nahestehende Personen.
Nach der Diagnose Brustkrebs folgen oftmals medizinische Konsequenzen. Anschließend folgt in einigen Fällen nach der Genesung ein Wiederaufbau der Brust. Dieser Wiederaufbau kann entweder als Eigenfettgewebe oder in Form von Implantaten erfolgen. Leider wird dabei oft auf die Rekonstruktion der Brustwarze und des
Brustwarzenvorhofs verzichtet.

Eine Brust ohne Brustwarze – für die meisten Frauen ein inakzeptables Selbstbild. Nach einer chirurgischen Rekonstruktion der Brust, wünscht sich eine Frau eine realistische Nachahmung ihrer Brustwarze, um ihrem Körper sein natürliches Aussehen zurückzugeben. Durch die Pigmentierung der Brustwarze nach einer Brustwarzenrekonstruktion wird das kosmetische Ergebnis vervollständigt und trägt für viele Patientinnen zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden bei.

Nach dem erfolgreichen Aufbau der Brust in der Klinik können wir die Brustwarze und den Warzenvorhof durch den dreidimensionalen fotorealistischen Tätowierstil auf die glatte Haut der Brust tätowieren und eine täuschend echt wirkende Brustwarze darstellen. Erfolgte in der Klinik eine Rekonstruktion der Brustwarze, genauer gesagt, des Nippels, ist es möglich, diesen und natürlich auch den Warzenvorhof mit unserer Technik farblich und optisch wieder herzustellen. Existiert auf der Gegenseite noch eine echte Brustwarze, orientiere ich mich am Aussehen derselben.

Mein Handwerk zur Rekonstruktion einer dreidimensional und lebensecht anmutenden Brustwarze habe ich im Jahre 2019 beim renommierten Tätowierer Andy Engel aus Marktsteft in Bayern erlernt und bin seitdem ein zertifiziertes BWK-Mitglied. Bevor die Behandlung durchgeführt wird, findet ein persönliches Beratungsgespräch statt. Selbstverständlich gehe ich auf die Wünsche und Vorstellungen meiner Kundinnen ein, erläutere ihnen den Ablauf und die Möglichkeiten. Der Eingriff erfolgt ambulant nach Terminvereinbarung. Es ist keine Narkose oder andere lokale Betäubung notwendig. Die Dauer der Behandlung umfasst zwei bis drei Stunden. Die Pigmentierung kann erst ausgeführt werden, wenn alle ärztlichen Maßnahmen abgeschlossen sind.

In dieser Zeit besteht zwar eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Kliniken und mir, jedoch empfehle ich Ihnen, Ihr Vorhaben mit Ihrem Arzt abzusprechen.
Das Angebot ist aktuell keine reguläre Kassenleistung. Gewöhnlich muss ein Antrag bezüglich der Kostenübernahme durch die Krankenkasse gestellt werden. Wird dieser dann schriftlich bewilligt, steht dem Vorhaben nichts mehr im Wege. Im Anschluss an dem persönlichen Beratungsgespräch kann gerne ein Kostenvoranschlag erstellt werden, den die Kundinnen bei Ihrer Krankenkasse einreichen können."

Text Susanne Wagner


Weitere Informationen oder Standorte der zertifizierten BWK-Studios finden Sie unter: www.med-bwk.de (unbezahlte Werbung)

Bei der onkologischen Kosmetik geht es vorallem um die empfindliche Haut während und nach einer Strahlentherapiebehandlung, sowie auch die Zahnfleisch- und Mundversorgung. Die Kundinnen werden über Schminktechniken informiert, bei fehlenden Wimpern und Augenbrauen (diese können ebenfalls tätowiert werden) und über verträgliche Produkte und entsprechende Hautpflege. Einzelne Hersteller von entsprechenden Produkten bieten für Kosmetiker*innen und Visagist*innen entsprechende Weiterbildungen an. In Kliniken und Reha-kliniken können Schminkkurse angeboten werden oder eine Zusammenarbeit mit Home Care Diensten ist ebenfalls möglich. Brustkrebszentren sind sicherlich ebenfalls gute Kooperationspartner für entsprechende Anbieter für onkologische Kosmetik.

 

 

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